
Für
wie einfältig wird eigentlich der Enser Wähler gehalten?
Zum Thema Bücherbus war in der Zeitung Interessantes zu lesen.
Die CDU berichtete über den gelungenen Weiterbetrieb, obwohl der Betrieb dieses Bücherbusses im Jahr 2004 von ihr doch eingestellt worden war.
Um Missverständnisse aus dem Wege zu räumen sollte man doch einmal recherchieren, um festzustellen, wie es wirklich war. Wer war dafür und wer war eigentlich dagegen? Schauen wir doch einmal auf die Internetseiten vom Kreis Soest.
2004 hat die MehrheitsFraktion von CDU im Kreistag den Bücherbus abgeschafft, während doch alle von mehr Bildung und Lesekompetenz gesprochen haben.
Von vielen Bürgerinnen und Bürgern im Kreis Soest wurden daraufhin Unterschriften gesammelt. Es wurde ein Bürgerbegehren gestartet, das am 22.09.05 beim Kreis einging, um diesen bedauerlichen Wegfall des Bücherbusses rückgängig zu machen.
Interessanterweise wurde mehr Zeit damit zugebracht, sich über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens zu streiten, als über die Notwendigkeit gerade in kleinen Orten das breite Angebot der Kreisfahrbücherei zum Bürger zu bringen.
Zudem wurde weiterhin ein gemeinsamer Antrag von allen im Kreistag vertretenen Parteien außer der CDU im Kreistag gestellt, um den Betrieb des Bücherbusses wieder aufzunehmen.
Um bei dieser Abstimmung für den Bücherbus „sogenannte“ Zufallsmehrheiten zu vermeiden, ließ Landrad Wilhelm Riebniger auf Antrag der CDU Fraktionsvorsitzenden Irrgang sogar geheim abstimmen.
Das Ergebnis war eindeutig aber knapp. Mit nur einer Stimme Mehrheit wurde gegen die CDU die Wiederaufnahme des Betriebes des Bücherbusses beschlossen.
Doch auch die für 2006 stattfindenden Reden zum Haushalt des Kreises waren sehr aufschlussreich.
Von einem Haushaltsexperten der CDU war anschließend zu diesem Thema wörtlich zu hören: „Dieser hat in Zeiten von digitalen Medien und World Wide Web ausgedient! 350.000 Euro Kosten jährlich sind und waren hier nicht mehr zeitgemäß. Auch wenn wir in diesem Bereich zunächst nur ca. 15.000 Euro jährlich einsparen, das in der Abteilung Bücherbus eingesetzte Personal kann bekanntlich nicht gekündigt werden, ist die Entscheidung mittel- bis langfristig richtig!
Goethe, Einstein und Schiller, beispielsweise, haben nie einen Bücherbus von innen gesehen – und was ist aus ihnen geworden!!“
Von Professor Dr. Kirsch, SPD, wurde dazu geantwortet: „Der kann nicht ersetzt werden durch das World Wide Web, meine Damen und Herren. Ich bin sicher, dass weder Goethe noch Einstein noch Schiller im World Wide Web gesurft haben, aber Bücher gelesen, dafür lege ich meine Hand ins Feuer, haben die drei ganz viele.“
Nach diesem demokratischen Abstimmungsergebnis besann man sich dann bei der „Mehrheitsfraktion“ der CDU noch einmal und behauptet seit dem letzten Jahr das komplette Gegenteil, als habe die CDU immer schon den Bücherbus unterstützt.